
Wußtest du eigentlich, dass man den Unterschied zwischen Klassik und Barock auf den Punkt bringen kann, in dem man sich galoppierende Pferde vorstellt? Dass die Bandbreite von Mozarts Musik im übertragenen Sinne von Opern bis zu Liedern à la “Dicke Prumme, lange Muhre” reicht? Und dass ein prägendes Element der Klassik das gleiche ist wie in vielen Witzen?
Wir zumindest wussten das noch nicht. Am 4. Juli hat Komponist Gregor Schwellenbach uns beim ersten CreativeMornings Cologne Event in der Kölner Wohngemeinschaft so einiges beigebracht.
Und zuerst mal musste er ein Missverständnis klären. Wenn wir Klassik sagen, meinen wir das eigentlich gar nicht. “Ein typisches Teekesselchen,” sagt Gregor. Denn die Klassik ist eine eher kurze Epoche in der Musikgeschichte. Bloß, weil etwas auf klassischen Instrumenten gespielt wird, ist es nicht auch Klassik. Bekannt ist Gregor als “Wandler zwischen den Welten”, der Techno mit Klassik verbindet. Stimmt streng genommen gar nicht, sagt er. Er mache eigentlich Popmusik, nur dass er eben Geigen oder andere klassische Instrumente benütze. Und dass die Leute bei seinen Konzerten mit geschlossenen Augen auf Stühlen sitzend zuhören, statt zu tanzen.

Und überhaupt findet er es auch irgendwie seltsam, dass über “Pop trifft Klassik” immer wie von einer “Begegnung von zwei verfeindeten Raumschiffen im Weltall” gesprochen wird. Denn tatsächlich hat Pop schon in der Epoche der Romantik angefangen. Denn ab dieser Epoche wurde Musik nicht nur gespielt und gehört, sondern inklusive Musiker, Tourneen und einprägsamer Namensgebung von Stücken als Gesamtkunstwerk inszeniert. Deshalb hießen Stücke dann nicht mehr wie in der Klassik “Zweites Konzert für Trompete mit Orchester in F-Moll Opus 483”, sondern “Mondscheinsonate”.
Vom Barock, über die Klassik und die Romantik bis zum Einfluss von afrikanischen Melodien und Rhythmen auf die Popmusik, die sie zu dem machen, wie wir heute unter ihr verstehen - Gregor hat er uns mitgenommen auf einen Kurztrip durch verschiedene Epochen der Musikgeschichte.
Könnte ziemlich trocken sein, könnte man meinen. Doch Gregor hat keine Lehrstunde abgehalten. Er hat uns gezeigt, vorgespielt, vorgeklatscht, was er sagen wollte. Da könnte sich der ein oder andere Musiklehrer ruhig mal etwas abschauen, finden wir.
Du hast unseren ersten CreativeMorning leider verpasst? Macht nichts. Hier kannst du dir Gregors Vortrag in voller Länge anschauen!