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"Gamer sind pickelige Jungs, 13 bis 23 und blass, weil sie immer nur im Keller sind." Ein Vorurteil, dem Prof. Tim Brysten hĂ€ufig begegnet. Stimmt aber gar nicht! Games sind mittlerweile ein gesellschaftsweites PhĂ€nomen und eine der grĂ¶ĂŸten Unterhaltungssparten. Und Spiele können noch viel mehr als unterhalten. Sie sind die Stellschraube, die uns dabei helfen könnten, viel produktiver und schlauer zu werden, sagt Tim. Warum das so ist, hat er uns bei unserem CreativeMorning am 12. Dezember in DEINspeisesalon in Köln Ehrenfeld zum Thema Education in seinem "PlĂ€doyer fĂŒr mehr Unernsthaftigkeit" erklĂ€rt.

Tim ist Professor fĂŒr Gamedesign an der Mediadesign Hochschule. Seinen Fachbereich, den er als zugleich zutiefst kĂŒnstlerisches und technisches Feld beschreibt, gibt es zwar schon seit 10 Jahren, so richtig angekommen sind die Games im “echten Leben” aber noch nicht. Denn auch wenn Games in der Freizeit beliebt und verbreitet sind, in unserem Alltag, sprich im Job oder in der Schule, sind sie leider nach wie vor ein MauerblĂŒmchen. “Ich frage das Publikum in meinen VortrĂ€gen oft, was das Gegenteil von Spiel ist. Ein Zuhörer sagte mal, Erwachsen werden. Das fand ich traurig,” erzĂ€hlt Tim.

Dabei steckt im Spielen ein riesiges kreatives Potential, das nur darauf wartet, sich in unseren BĂŒros oder KlassenrĂ€umen zu entfalten. Zum Beispiel sind wir im Spiel oft ĂŒber Stunden hoch konzentriert. Wir haben auch einen stĂ€rkeren Teamgeist und wollen gemeinsam das beste Ergebnis erreichen. “Im Job wĂ€ren wir nicht bereit, eine Aufgabe an einen Kollegen abzugeben, auch wenn wir wissen, dass er sie eigentlich besser erledigen kann. Beim Fußball hingegen ist es ganz normal, den Ball an einen Mitspieler abzugeben, damit der dann das Tor schießt,” erklĂ€rt Tim. Wir halten uns außerdem an die Spielregeln (sonst können wir nicht mehr mitspielen) und wollen uns stetig verbessern. Hört sich so ziemlich nach dem Traum jedes Managers an.

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Einige Unternehmen haben das auch erkannt und setzen es schon um. SAP zum Beispiel hat mit einer Onlinegamingplattform den Umsatz seiner Vertriebler um 20% erhöhen können. Und ein italienisches Forscherteam hat es geschafft, mit Hilfe eines Games in wenigen Tagen ein biologisches RĂ€tsel zu knacken, an dem sie schon seit Jahren tĂŒftelten.

Wir leben in einer Welt, die sich zunehmend digitalisiert. Unser Weg hin zu einer digitalisierten Gesellschaft ist aus Tims Perspektive sogar “der umfassendste soziokulturelle Wandel, den eine Gesellschaft jemals in der Geschichte der Menschheit erlebt hat.” Wir brauchen Werkzeuge, um damit umzugehen, sagt er, damit wir als Menschen das alles ĂŒberhaupt noch verstehen. Die Gamification sei dabei eine ideale Methode, eine menschliche Komponente in diesen Wandel einzubauen, ohne die Technologie zu verlangsamen.

Du hast Tims Vortrag verpasst? Kein Problem, hier kannst du ihn dir noch einmal in voller LĂ€nge ansehen.

Lust beim nĂ€chsten Vortrag persönlich dabei zu sein? Ab heute kannst du dich fĂŒr unser nĂ€chstes Event mit Andreas Donat und Guiseppe Gennaro, am Freitag, 23.1., in den MMCStudios registrieren. Hier geht’s entlang zur Anmeldung.